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Wanderwoche im Ötztal
23. August 1997 bis 28. August 1997

Kartenempfehlungen:

  • Deutscher Alpenverein; Ötztaler Alpen, Geigenkamm; Blatt 30/5; Maßstab 1:25000
  • Österreichischer Alpenverein; Ötztaler Alpen, Gurgl; Blatt 30/1; Maßstab 1:25000
  • Deutscher Alpenverein; Ötztaler Alpen, Weißkugel; Blatt 30/2; Maßstab 1:25000
  • Österreichischer Alpenverein; Stubaier Alpen, Hochstubai; Blatt 31/1; Maßstab 1:25000

Zusatzinformationen:

Tourenverlauf als KML-Datei für Google Earth

Kurze Tourenbeschreibung:

Auch in diesem Jahr zog es uns (fünf Verrückte aus Unterfranken) zum Wandern nach Österreich. Doch in diesem Jahr wollten wir dem Ötztal und dem zum Touristendorf verkommenen Sölden einen Besuch abstatten. Zu unser aller Freude ist allerdings im Sommer in Sölden recht wenig los. Es ist also durchaus zu empfehlen. Ganz besonders müssen wir den "Bierhimmel" empfehlen, in dem wir allabendlich hervorragend bewirtet wurden.

Tourenbericht:

23. August 1997:

Im Bierhimmel

Gipfelbesteigungen:

  • Keine

Wie im letzten Jahr ging es auch heuer wieder mit einer unverhältnismäßig steilen Tour los, die aber eigentlich gar nicht so schlecht war. Von Sölden aus ging es bergan vorbei an der Stabele- und Brunnenkogelalm und von dort aus weiter zum Brunnenkogelhaus (2738 m). Dort konnten wir bei Sonnenschein und frischem Wind rasten und den Ausblick genießen. Von hier aus kann man hervorragend durchs Gurgler und Venter Tal hinaufblicken. Einige von uns gingen von hier aus noch weiter über Vorderen und Hinteren Brunnenkogel, sowie über den Rötkogl hinweg bis zur Wilde Rötespitz (2965 m). Auch dieser Abschnitt soll sehr lohnend sein. Wer nicht an die Übernachtung im Tal gebunden ist, der kann von hier aus den Steig zum Timmelsjoch weitergehen (laut Wanderführer empfehlenswert). Nachdem die anderen von der Rötespitz zurück am Brunnenkogelhaus waren, stiegen wir in Windachtal zum Gasthof Fiegl ab um dann talauswärts gen Sölden zu marschieren.

24. August 1997:

Blick vom Brunnenkogelhaus nach Westen

Gipfelbesteigungen:

  • Saykogel, 3360m

Am Morgen des 24. August fuhren wir mit dem Auto ins Venter Tal bis an das Ende der Fahrstraße in Vent (~1900 m). Von dort aus steigt man sehr angenehm flach zumeist auf einem geschotterten Fahrweg zum Martin-Busch-Haus (2501 m) auf. Das Wetter wollte heute nicht so recht mitspielen, so daß wir dort eine längere Mittagsrast als geplant einlegten. Dafür lernten wir aber den Münchner Sigi kennen, der mit Krücken hochgelaufen war und am nächsten Tag (mit Krücken!) auf die Kreuzspitze (3455 m) kraxelte. Uns führte der Weg aber am nachmittag schon weiter nach oben, wobei wir wegen der schlechten Witterung nicht so sicher waren, ob wir überhaupt den Dreitausender angehen sollten, den wir uns für heute vorgenommen haben. Als wir aufbrachen, lag noch dichter Nebel über dem Similaun und dem Niederjochferner. Wenig später begann es auch noch zu regnen, was zwei von uns zum Umkehren bewegte. Der Weg wurde mit jedem Schritt steiler und wir wurden über kleine Schneefelder und felsige Kletterpassagen (ohne Seil zu gehen) geleitet, bis wir nach langem Aufstieg endlich am Gipfel des Seikogel (3355 m) ankamen. Dieser Berg ist beim besten Willen keine Empfehlung wert. Er dient lediglich als Übergang zwischen Martin-Busch-Haus und Hochjochhospiz. Daher und auch wegen fortgeschrittener Zeit verweilten wir nicht lange und stiegen auf dem nun teilweise nicht markiertem Weg ab zum Hochjochhospiz (2412 m). Es galt noch einen fünf Meter breiten Bach am Seil zu überqueren, bevor wir uns endgültig talauswärts gen Vent wendeten. Als wir in Vent ankamen, warteten die anderen beiden bereits auf uns, denn es war bereits halb neun abends und schön reichlich duster.

25. August 1997:

Hahlkogelhaus

Gipfelbesteigungen:

  • Keine

Am heutigen 25. August mußten wir nicht so früh los, denn für heute hatten wir uns eine gemütliche Tour vorgenommen - sozusagen zum Entspannen. Wir fuhren mit dem Auto nach Huben (Längenfeld, 1189 m) und stiegen von dort aus auf zum Hahlkogelhaus (2053 m). Bei herrlichstem Wetter konnten wir Aussicht und kühle Getränke genießen. So blieben wir hier eine ganze Weile, bevor wir wieder zum Abstieg nach Huben aufbrachen.

26. August 1997:

Am Laubkarsee

Gipfelbesteigungen:

  • Keine

Für den 26. August hatten wir uns die Tour zur Hochstubaihütte vorgenommen. Also bereiteten wir uns schon am Vorabend geistig auf einen langen Aufstieg vor. Wir starteten direkt von unserer Luxus-FeWo in Sölden-Mitte (Danke Alex!) zur Kleblealm (1983 m). Bei Sonnenschein ging es weiter sachte bergan zum Laubkarsee auf 2681 m, wo wir eine Rast einlegten. Leider zogen sich die Wolken schon beim restlichen Aufstieg zur Hochstubaihütte (3173 m) über unseren Köpfen zusammen. Eine Schrecksekunde erlebten wir, als einer von uns beim Überqueren eines Schneefeldes hüfttief einbrach. Der Schreck schlug aber sofort in Gelächter um, denn er konnte nicht weit fallen, weil das Schneefeld höchstens einen Meter tief war. So schafften wir also auch noch die restlichen Meter zur Hütte. Dort gönnten wir uns eine längere Rast. Draußen war es allerdings schon ganz zugezogen und man konnte mit Mühe noch 30 Meter weit sehen. Beim Absteigen wählten wir die Variante über Seekarsee und Windachtal. Direkt unter der Hütte galt es zunächst das schwierigste Wegstück zu meistern - die sogenannte "Himmelsleiter". Das ist eine aus Felsbrocken aufgesetzte Behelfstreppe gesichert mit einem Seil. Daß es just in dem Moment anfing zu Hageln vereinfachte den Abstieg nicht unbedingt. So schafften wir dennoch mühsam wie das bekannte Eichhörnchen diese Leiter und überquerten ebenfalls erfolgreich das angrenzende rutschige Schneefeld, um dann rasch ins Windachtal und danach weiter nach Sölden abzusteigen. Auch bei diesem Trip über 3000 m hatten wir leider kein Wetterglück.

27. August 1997:

Gipfelbesteigungen:

  • Keine

Am 27. August fuhren wir zu dritt mit dem Auto nach Obergurgl (1907 m). Von dort wanderten wir durch den Zirbenwald zur Schönwieshütte (2266 m) und von dort aus weiter in Richtung Hoher Mut. Ich war leider an diesem Tag bekleidungstechnisch auf den aufkommenden kühlen Wind nicht vorbereitet, so daß ich mich zur Rückkehr ins Tal entscheiden mußte. Die anderen beiden Mohikaner strebten weiter hinauf zum Hohen Mut (2653 m). Von der Einkehr in das dortige Gasthaus sollte abgesehen werden (Touri-Hütte, überteuert).

28. August 1997:

Siegerlandhuette

Gipfelbesteigungen:

  • Keine

An unserem letzten Tag haben wir uns nochmal eine längere Tour herausgepickt. Wir wanderten in das endlos scheinende Windachtal hinein vorbei an Lochlealm und Gasthof Fiegl. Bis zum Einzugsgebiet der Windache laufen wir in der Talsohle, bis uns eine verquere Wegweisung durch ein Schuttfeld hinauf in Richtung Siegerlandhütte (2710 m) geleitet. Da es schon wieder mal zugezogen ist, können wir die Hütte selbst nicht sehen. Die Luft hat merklich auf Gefriertemperatur abgekühlt. Nach vier Stunden stetigem Aufstieg erreichen wir dann endlich die warme Hütte, die wir dann auch so schnell nicht mehr verlassen. Nur zwei von uns meinten, sie müßten jetzt bei 0°C und Nieselregen über das Gamsplatzl (3019 m) zur Hildesheimer Hütte weitergehen. Doch ich konnte sie nicht zum bleiben überreden. Die in der Hütte Verbliebenen trafen dann Sigi vom Martin-Busch-Haus wieder, der uns dann prompt zu einem Bier einlud. Nach mehreren desgleichen mußten wir leider wieder ins Tal aufbrechen, da wir schließlich am nächsten Morgen die Heimreise antreten mußten.

Unsere Gruppe vor dem Halkogelhaus
Unsere Gruppe vor dem Halkogelhaus