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Bergtour
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Bayerischer Wald
13. August 1998 bis 16. August 1998

Kartenempfehlungen:

  • Bayerisches Landesvermessungsamt; Nationalpark Bayerischer Wald, Naturpark Bayerischer Wald, Östlicher Teil; Blatt UK 50-29; Maßstab 1:50000

Zusatzinformationen:

Tourenverlauf als KML-Datei für Google Earth

Kurze Tourenbeschreibung:

Im folgenden schildere ich eine - bei schönem Wetter - herrliche Mittelgebirgstour, die ich jedem naturverbundenen Wanderer empfehlen kann. Der größte Teil des Weges verläuft auf dem Europäischen Fernwanderweg E 6. Es ist ratsam, während den Sommerferien die Übernachtungen rechtzeitig zu reservieren.

Tourenbericht:

13. August 1998:

Rieslochfälle

Gipfelbesteigungen:

  • Kleiner Arber, 1384m
  • Großer Arber, 1456m

Am 13. August 1998 schnappte ich mir meinen Vater und wir fuhren mit dem Auto nach Zwiesel, weil mich bei dem schönen Wetter nichts in der Bude halten konnte. Mit dem Zug fuhren wir anschließend von Zwiesel nach Bodenmais, welches wir kurz nach ein Uhr erreichten. Von dort stiefelten wir los in Richtung Rißlochfälle, die wir schon nach einer knappen Stunde erreichten. Mal links, mal rechts des Bachlaufs ging es dann weniger steil, doch aber felsig nach oben. Das Wetter war nicht sehr überwältigend, der Himmel gab sich eher grau in grau. Vorbei an der Jugendherberge zwischen den beiden Arbergipfeln erklommen wir zunächst den Kleinen Arber (1384 m). Dort rasteten wir nur kurz, da uns ein Donnerschlag aufschreckte und wir schickten uns an, möglichst schnell auf den Großen Arber (1456 m) zu gelangen, wo das Arberschutzhaus auf uns wartete. Kurz bevor sich das Gewitter aus den pechschwarzen Wolken, die aufgezogen waren, über das Arbergebiet ergoß, überschritten wir die Schwelle zu unserer heutigen Übernachtungsmöglichkeit. Nach gutem (aber recht teurem) Abendessen klarte es einigermaßen auf, so daß wir noch den Sonnenuntergang auf dem Arbergipfel erleben konnten.

14. August 1998:

Arberschutzhaus

Gipfelbesteigungen:

  • Großer Arber, 1456m
  • Großer Falkenstein, 1315m

Am folgenden Tag stiegen wir nach dem Frühstück um 9 Uhr nochmals die paar Meter zum Gipfelkreuz auf und konnten uns über den Wolken wiederfinden. Wir verweilten einige Minuten bevor wir zum steinigen Abstieg zum Großen Arbersee ansetzten. Die Sonne leistete heute ganze Arbeit und so tummelten sich viele Touris schon morgens am See. Wir blieben folglich nicht lange und setzten unsere Wanderung über Arberhütte nach Bayerisch Eisenstein fort. Dort deckten wir uns nochmal mit Verpflegung für die nächsten Tage ein.Von Eisenstein ging es weiter bergauf-bergab auf einem urigen, neu angelegtem Weg zum Zwieselerwaldhaus, welches wir etwa um halb zwei erreichten. Ohne Aufenthalt stiegen wir die verbleibenden 600 Höhenmeter recht steil zum Falkenstein (Großer, 1312 m) auf. Von dort ist die Aussicht sehr begrenzt, da Bäume die Sicht versperren. Wir rasteten kurz im dortigen Schutzhaus, sagten die reservierte Übernachtung ab und stiegen nach Spiegelhütte durch das Urwaldgebiet ab, das seinem Namen alle Ehre macht. In Spiegelhütte versuchten wir dann eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden, doch sämtliche Pensionen waren völlig ausgebucht, der letzte Bus schon abgefahren. Daraufhin hielt ich einen Pizza-Fahrer an, der mich freundlicherweise kostenlos zum Zwieseler Bahnhof mitnahm, wo unser Auto stand. Mit dem Auto holte ich meinen Vater aus der Pampa ab und wir fuhren nach Frauenau, wo wir auf Anhieb eine sehr preisgünstige Übernachtung fanden.

15. August 1998:

Rachelsee

Gipfelbesteigungen:

  • Großer Rachel, 1452m
  • Lusen, 1373m

Nach dem Frühstück am 15. August fuhren wir mit dem Auto zum Parkplatz "Kleine Ohe" kurz vor der Siedlung Waldhäuser. Von dort aus gehen wir auf schönem, ebenem Weg zur Rachel-Diensthütte und weiter leicht bergan über den Eiszeit-Lehrpfad zum Rachelsee (1071 m). Bei nach wie vor blauem Himmel erklimmen wir auch das letzte Wegstück zum Rachel (Großer, 1453 m). Leider mußten wir oben feststellen, daß die Aussicht auch hier von Bäumen verstellt war und so verlegten wir die Mittagspause kurzerhand ins Waldschmidthaus. Von dort aus mußten wir über den Rachelgipfel zurücksteigen bis zum Rachelsee, wo unser Weg (Oberer Horizontalsteig) zum Lusen links abzweigt. Vom Rachelsee aus führte uns der Weg mitten durch das Kerngebiet des Nationalparks "Bayerischer Wald" und eröffnete uns Blicke in die seit 1970 unberührte Natur. So sahen wir neben gesundem Mischwald, munteren Bächen und Mooren auch toten Wald (Borkenkäfer) und urwaldähnliche Gebiete, in denen die abgestorbenen Bäume übereinanderlagen und Farne, Sträucher und junge Bäume wild durcheinander wucherten. Vor dem Teufelsloch - einem felsigen Taleinschnitt - rasteten wir noch einmal, um die letzten Höhenmeter zum Lusen(1373 m) frisch gestärkt zu bewältigen. Von der mit Granitsteinen bedeckten Kuppe des Lusen bekamen wir eine herrliche Aussicht in alle Himmelsrichtungen geboten. Wir konnten Falkenstein und Rachel, welche wir schon bestiegen hatten, bewundern. Anschließend stiegen wir ab zum Lusenschutzhaus, aßen zu Abend und stiegen dann noch einmal zum Gipfel auf, um dort in Ruhe den Sonnenuntergang zu genießen.

16. August 1998:

Gipfelbesteigungen:

  • Keine

Am 16. August stiegen wir über Lusenparkplatz und Waldhäuser ab zum Parkplatz "Kleine Ohe", wo wir unser Auto wieder vorfanden und die Heimreise antraten.

Mein Vater und ich am Großen Arbersee
Mein Vater und ich am Großen Arbersee