Thorstens private Homepage
Bergtour
http://privat.thorsten-kunkel.de/impressum.html

© 2009 Thorstens private Homepage
http://privat.thorsten-kunkel.de/
Europäischer Fernwanderweg E5 - Etappe 1
12. Mai 1999 bis 15. Mai 1999

Kartenempfehlungen:

  • Bayerisches Landesvermessungsamt; Allgäuer Alpen; Blatt UK L 8; Maßstab 1:50000
  • Bayerisches Landesvermessungsamt; Lindau - Oberstaufen, und Umgebung; Blatt UK L 11; Maßstab 1:50000
  • Landesvermessungsamt Baden-Württemberg; Östlicher Bodensee; Blatt 529; Maßstab 1:50000

Zusatzinformationen:

Tourenverlauf als KML-Datei für Google Earth

Tourenbericht:

12. Mai 1999:

Gipfelbesteigungen:

  • Keine

Nachmittags am 12. Mai um zwei, also nach den Vorlesungen, machten wir uns auf den Weg gen Bodensee. Wir - das waren Jörg Blankenbach, Wolfgang Schmitz und meine Wenigkeit. Die ersten beiden waren zum Segeln und ich zum Wandern unterwegs. Die Wettervorhersage versprach grauenvolles und der Schweizerische Rundfunk bestätigte dies mit einer Hochwasserwarnung für Rhein und Bodensee. Von einem Jahrhundertrekord war die Rede. (Anm.: besagter Jahrhundertrekord wurde wirklich erreicht!) Die beiden setzten mich dann an der Fähre in Meersburg ab und fuhren zurück gen Überlingen. Wenn es auch regnete, so hat mir die Überfahrt nach Konstanz mit der Fähre Spaß gemacht. Weiter ging es dann mit dem Bus in Richtung Stadtmitte. An der Jugendherberge "Don Bosco" stieg ich dann aus und bezog dort mein Zimmer. Dieses Jugendwohnheim ist durchaus zu empfehlen, die Zimmer und das Haus sind sauber. Am Abend fuhr ich mit dem Bus nochmal nach Konstanz, um den Startpunkt meiner Route zu erkunden. So bin ich ein wenig durch den Stadtgarten und das Bahnhofsgelände gelaufen un gegen halb elf in die Herberge zurückgekehrt.

13. Mai 1999:

Pfahlbauten im Bodensee

Gipfelbesteigungen:

  • Keine

Am Morgen des 13. Mai verließ ich um acht Uhr nach dem Frühstück die Herberge, um mich in Richtung Sternenplatz zu begeben. Der Himmel war bedeckt, es regnete jedoch nicht. Von da an ging es dann auch los, durch den Stadtgarten, vorbei an der Bootsanlegestelle und dem Bahnhof zum Grenzübergang "Klein Venedig". Ohne Kontrolle durfte ich hier in die Schweiz "einreisen". Durch Wiesen, vorbei an einem Schlößchen und einer Mühle führte mich der Weg seeseitig an Kreuzlingen vorbei und sodann hinab zum Bodenseeufer, an dem ich eine ganze Weile entlang lief. Irgendwann durchquert man eine psychiatrische Klinik, kehrt erneut zum Ufer zurück und wandert vorbei an den Örtchen Seedorf, Ruederbomm und Rotfarb bis nach Kesswil. Irgendwo auf dieser Strecke schlug der leichte Nieselregen in Strichregen um und zwang mich dann doch in die Regenjacke. Aber es regnete nur eine Stunde, denn die wohlverdiente Mittagsrast nach Uttwil mit hervorragendem Blick über den See konnte ich trocken verbringen. Anschließend führt der Weg weg vom Ufer bis nach Romanshorn, wo mich die Sonne begrüßte. Nicht wie in der Karte durch die Stadtmitte, sondern am Ufer entlang führt einen der Weg durch die Stadt. Die Sonne entfaltete jetzt ihre volle Kraft und brachte mich ganz schön ins schwitzen. Nach Romanshorn wird der Weg recht öde, führt er doch bis nach Arbon nur an den Bahngleisen entlang. Den Gruß der Schweizer, das wohlbekannte 'Grüezi' hatte ich mir bis dahin schon angewöhnt. Auch Arbon umgeht man direkt am Ufer und auf dem Weg nach Steinach erblickte ich schon das Tagesziel: Rorschach. Die Bregenzer Berge sind im Dunst auch noch zu erkennen und die beachtlichen Schneefelder auf ihnen stimmten mich nachdenklich. Die Beine wurden langsam müde, denn das schwere Gepäck drückte ganz schön. Die letzten paar km bis Rorschach ging ich am Ufer bis zur Jugendherberge, die natürlich am anderen Ende der Stadt lag. Nach gut 36 anstrengenden Kilometern bezog ich dann ein schickes Zimmerchen mit Seeblick, welches ich später mit einem Studentenpärchen aus Stuttgart teilen mußte.

14. Mai 1999:

Romanshorn

Gipfelbesteigungen:

  • Keine

Am nächsten Morgen lag Nebel über dem See und der Himmel entregnete sich. Nach dem Frühstück um halb neun lief ich los, in der Hoffnung, der Regen lasse nach. Doch auf meinem Weg auf den Rorschacher mußte ich die Hoffnung aufgeben. Dort, wo man eigentlich eine herrliche Aussicht auf den See genießen könnte, zogen Wolken über Wolken, aus denen pausenlos Wasser auf die Erde stürzte. So wanderte ich naß und nasser werdend vorbei am Schloß Wartensee und vorbei am Schloß Greifenstein hinauf zum Buechberg (525m !). Oben auf dem "Grat" konnte man rechts fast senkrecht hinab auf Buechsteig und Thal blicken, das zumindest nicht in Wolken lag. In Buriet zog ich mich unter einer Eisenbahnbrücke erst mal um, bevor es weiterging nach Rheineck. In der Hoffnung, das Wetter wird jetzt doch besser, stellte ich mich erst einmal unter. Aber es half alles nichts, es mußte weitergehen: über den stark angeschwollenen Altrhein und die Grenze nach Österreich nach Gaißau, dann links. Am "ADEG-Markt" deckte ich mich erst mal mit Lebensmitteln ein, die man in der Schweiz wegen der horrenden Preise besser nicht kauft. Etwa zwei km seewärts kehrte ich dann im "Schiffl" zum Trocknen und Bier trinken ein. Da der Wanderweg auf österreichischer Seite nicht mehr markiert war, verlief ich mich erst einmal, dann beschloß ich den - markierten - Fahrradweg zu nehmen. Da der aber schikanenartig durch die Landschaft verlief, der Regen einfach nicht aufhören wollte und die Füße von Asphaltboden schmezten, stieg ich in Höchst in den Bus nach Bregenz und suchte nach einer Jugendherberge. Da diese aber nicht da war, wo sie sein sollte, mußte ich mich in eine Pension einmieten, die sage und schreibe 350 öS (ca. 25 EUR) kostete. Abends schaute ich am Bahnhof noch nach einem Bus nach Lingenau und plante den nächsten Tag.

15. Mai 1999:

Gipfelbesteigungen:

  • Keine

Heute schien mir das Wetter eher gesonnen. Es regnete zumindest nicht. Um 8:51 Uhr ging es mit dem Bus los nach Lingenau. Nach einer knapp einstündigen Fahrt durch viele Dörfchen erreicht man dann das ruhig gelegene Lingenau. So laufe ich also kurz vor zehn los hinauf zum Rotenberg (995 m) Nach einer Stunde bergauf, bergab erreicht man Hittisau. Nachdem man Hittisau hinter sich gelassen hat geht es etwa zwei Stunden in das Lecknertal hinein. Fast ausschließlich auf Asphalt geht man hoch bis zum Höfle. Dort sah ich noch deutliche Schneereste, das Höfle war zu! Zum Glück aber hatte die Neuschwand-Alm geöffnet. Beim Gespräch mit der Hüttentochter machte sich bei mir allerdings Ernüchterung breit. Denn sie erzählte, daß sie erst vor zwei Tagen überhaupt ins Tal gekommen seien und daß der Weg zum Staufner Haus (1600 m). wegen zu viel Schnees noch nicht begehbar sei. So begab ich mich nach deftiger Labung in Richtung Gunzesried Säge. Doch bereits nach 500 Metern mußte ich umkehren, da der Weg immer höher mit Schnee bedeckt war, je weiter ich ging. So blieb also keine andere Wahl als umzukehren und nach Hittisau abzusteigen. Freundliche Autofahrer nahmen mich mit hinunter ins Tal. Mit dem Bus fuhr ich dann zurück nach Bregenz und mit dem Zug zurück nach Darmstadt, das gegen halb elf abends erreichte.