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Zugspitze durchs Reintal
06. August 1999 bis 08. August 1999

Kartenempfehlungen:

  • Deutscher Alpenverein; Wetterstein- und Mieminger Gebirge, Mitte; Blatt 4/2; Maßstab 1:25000
  • Österreichischer Alpenverein; Wetterstein- und Mieminger Gebirge, Östliches Blatt; Blatt 4/3; Maßstab 1:25000

Zusatzinformationen:

Tourenverlauf als KML-Datei für Google Earth

Tourenbericht:

06. August 1999:

Partnachklamm

Gipfelbesteigungen:

  • Keine

Am sechsten August um halb neun morgens kommen Franz und Alex nach Eching angefahren. Die Wettervorhersage versprach nichts Gutes. Nach einem kräftigen Morgenkaffee ging es dann weiter durch München nach Garmisch. Am Skistadion parkten wir und um 11 Uhr wanderten wir los in Richtung Partnachklamm. Über Stege, Pfade und durch die Felsen geht man an der tosenden Partnach hinauf. Das Wetter war uns sehr gewogen, denn die Sonne strahlte mit aller ihrer Kraft auf uns herunter. So ließen wir beim Aufstieg durch den Wald viele Schweißtropfen, zumal es gleich angemessen steil losging. Franz legte ein rasantes Tempo vor, welches ich - und sogar Alex - Mühe hatten mitzuhalten. Bei der nicht mehr vorhandenen Köhlerhütte auf etwa 1200 m hielten wir Mittagsrast. Danach geht wieder steiler bergan, bis man den Schachenweg erreicht. Dann recht eben bis zum Schloß Schachen und dem dortigen Unterkunftshaus (privat). Etwa um drei Uhr kamen wir dort an und erfrischten uns erst mal an kühlen Getränken. Um vier sollte es dann weitergehen, doch ein kurzes, aber kräftiges Gewitter verzögerte unseren Abmarsch. Nachdem sich dieses verzogen hatte, kam die Sonne wieder hervor und wir erstiegen die restlichen 500 Höhenmeter zur Meilerhütte (2366 m), die wir gegen sechs Uhr erreichten. Die "sanitären Verhältnisse" waren für Alex und Franz, die zum ersten Mal auf einer Hütte nächtigten überraschend "einfach". Nach einem mäßigen Sonnenuntergang und ein paar Runden Schafkopf wanderten wir dann in die (fast neuen) Schlafgemächer.

07. August 1999:

Königshaus Schachen

Gipfelbesteigungen:

  • Keine

Wir stiegen am Samstag erst gegen halb acht auf, versäumten aber nicht viel, denn das Wetter war schlecht. Nach dem Frühstück fing es ann kräftig an zu regnen. Aber alles Warten half nicht, gegen halb elf verließen wir die Hütte in Richtung Schachen. Von dort aus ging es etwas steiler bergab in Oberreintal. Der Regen hörte zwischenzeitlich auf und wir schickten uns zur Mittagsrast in die Oberreintalhütte (1532 m) an. Nach kurzer Rast in dem Selbstversorgerhaus stiegen wir das Oberreintal hinab zur Bockhütte (1052 m). Die Sonne schob alle Wolken beiseite und geleitete uns den Weg zur Vorderen Blauen Gumpe, wo ich meine Füße in dem eisigen Wasser abkühlte, und weiter hinauf zur Reintalangerhütte (1369 m). Nach einem Glas Milch bzw. Apfelsaft verließen wir auch diese Hütte wieder, um die für heute letzten anderthalb Stunden zur Knorrhütte (2051 m) aufzusteigen. Dort hielten Franz und ich unsere erhitzten Köpfe erst einmal unter das frische Quellwasser, welches aus einer selbstgebastelten Dusche vor der Hütte entsprang. Das tat gut.

08. August 1999:

Ausblick von der Zugspitze nach Süden

Gipfelbesteigungen:

  • Zugspitze, 2962m

Am Sonntag, dem 8. August ging es bereits um 6 Uhr aus den Federn, denn wir hatten ja noch einiges vor. Um kurz nach sieben brachen wir auf, um die letzten 900 Höhenmeter zur Zugspitze (2963 m) zurückzulegen. Der Himmel drohte mit schwarzen Gewitterwolken unseren Aufstieg zu verregnen. Dieser führte uns über Fels und zahllose Schneefelder zum Schneefernerhaus. Hier oben ist die Natur durch Bauwerke, Seilbahnen, Sendeanlagen und vieles mehr massiv verschandelt. Nun begann der schwierigste Teil unseres Aufstiegs. Es galt, ein steiles nachrutschendes Geröllfeld zu durchsteigen, um die restlichen Meter auf einem versicherten Steiglein hinaufzukraxeln. Als wir oben auf dem Grat an der österreichischen Grenze ankamen, zog für kurze Zeit ein unheimlicher Sturm mit Regen über uns hinweg, der es fast unmöglich machte die Jacken anzuziehen. Um so erhebender war das Gefühl, als wir noch vor zehn Uhr das Münchner Haus erreichten und die Wolken eine herrliche Sicht über die österreicher Alpenwelt freigaben. Der Habicht, den ich letzte Woche bestiegen hatte, stand mächtig über den Stubaier Alpen. Der Serles zeigte sich links davon. Auf deutscher Seite reichte der Blick über den Eibsee bis weit ins Alpenvorland. So waren Starnberger und Ammersee gut zu sehen. Nach erschöpfendem Rundumblick und kurzer Rast am Münchner Haus wagten wir den steilen Abstieg zur Wiener-Neustädter Hütte (2213 m). Diese steile versicherte Kletterpassage war der für mich steilste Abstieg bisher. Wir brauchten auch fast zwei Stunden bis wir alle Stifte, Eisen, Bolzen und Haken durchstiegen hatten. Wir hielten dann an der Hütte erst mal Mittagsrast, bevor wir zusammen mit vier Brüdern aus Grainau in Richtung Eibsee (ca 1000 m) abstiegen. Von Eibsee fuhren wir um halb fünf mit dem Bus zurück nach Garmisch. Das Reststück zum Skistadion legten wir wieder zu Fuß zurück. In Eching setzten mich die anderen beiden wieder ab.

Aufstieg zur Meilerhütte
Aufstieg zur Meilerhütte

Abstieg zur Wiener Neustädter Hütte
Abstieg zur Wiener Neustädter Hütte