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Berliner Höhenweg in den Zillertaler Alpen
04. September 1999 bis 08. September 1999

Kartenempfehlungen:

  • Deutscher Alpenverein; Zillertaler Alpen, Westliches Blatt; Blatt 35/1; Maßstab 1:25000
  • Deutscher Alpenverein; Zillertaler Alpen, Mittleres Blatt; Blatt 35/2; Maßstab 1:25000

Zusatzinformationen:

Tourenverlauf als KML-Datei für Google Earth

Tourenbericht:

04. September 1999:

Gipfelbesteigungen:

  • Filzenkogel, 2227m

Am Morgen des 4. September um halb sieben fahre ich mit der S-Bahn nach München, um mit dem Zug weiter nach Jenbach und anschließend mit der Schmalspurbahn ins Zillertal zu fahren. In Mayrhofen treffe ich gegen halb elf meinen Kommilitonen Achim am Bahnhof, mit dem ich mich zu einer Hüttentour verabredet hatte. Wegen des schönen Wetters beschließen wir zunächst mit der Ahornbahn hochzufahren und zur Ahornspitze (2976 m) aufzusteigen. Doch als wir nach einer Stunde Aufstieg die Edelhütte (2238 m) erreichten und einen Teil unseres Gepäcks dort zurückließen, war der Gipfel schon zugezogen. Mit der Hoffnung, daß es wieder aufzieht, steigen wir los. Doch bei einer kurzen Rast bald nach der Hütte beginnt es zu regnen. So steigen wir also zurück zur Hütte und warten ... bei einem Kaffee und einem Stück Kuchen im "Aschaffenburger Stüberl". Als es wieder aufhört zu regnen war es leider zu spät, um noch zur Ahornspitze aufzubrechen und so beschlossen wir kurzerhand den Filzenkogel (2228 m) zu erkunden. Wir kamen gerade recht zum Abendessen zurück zur Hütte.

05. September 1999:

Ich auf dem Toreckenkopf

Gipfelbesteigungen:

  • Toreckenkopf, 2460m

Am nächsten Morgen geht es um sieben aus dem bequemen Lager raus zum Frühstück. Etwa um acht brechen wir also von der Edelhütte zur Kasseler Hütte (2177 m) auf. Der Aschaffenburger Höhenweg bzw. Siebenschneidensteig soll etwa 8-10 Stunden in Anspruch nehmen. So steigen wir zunächst zum Popbergnieder auf und machen einen Abstecher auf den Toreckenkopf (2472 m), wo wir bei herrlichem Wetter die Aussicht genießen. Sodann ging es richtig los durch sieben Kare über sieben Schneiden in den sieben Bergen... Die ersten drei Schneiden beinhalten leichte Kletterstellen, die wir allerdings problemlos meisterten. Größere Probleme machte das am Morgen noch mit raureif überzogene Blockwerk, das es weite Strecken zu übersteigen galt. Um zwölf erreichten wir die Nofertenmauer am Hennsteigenkamp, wo wir dann eine Mittagsrast einlegten. Gut gestärkt ging es um viertel vor eins weiter in Richtung Kasseler Hütte (2177 m), wobei die Kare jetzt immer schmaler werden. Bereits um drei erreichten wir eine Weggabelung kurz vor der Sonntagskarkanzel. Dort trennten wir uns, um beide möglichen Wege zur Kasseler Hütte zu erkunden. Achim mußte den unteren Weg für den DAV kartieren. Kurz vor dem Abendessen spazierten wir noch mal auf die "Schöne Aussicht".

06. September 1999:

Blick auf den Schwarzenstein

Gipfelbesteigungen:

  • Keine

Am heutigen Montag ging es wieder um sieben aus den Federn. Das Wetter war uns hold und blauer Himmel begrüßte uns an diesem Tag. Um acht Uhr marschierten wir los, es war zunächst das breite Eiskar am Ende des Stilluptales zu durchqueren. Nachdem diese ebene Strecke hinter uns lag, gab es eine kleine versicherte Stelle an der Elsenklamm zu durchsteigen, bevor die läppischen 600 m Aufstieg zur Lapenscharte (2700 m) zu nehmen waren. Oben machten wir die verdiente Mittagsrast, bevor wir zur Abzweigung zum Gigalitz auf knapp 2500 m abstiegen. Dort bogen wir dann zum 3002 m hohen Gigalitz ab. Es sei eine leichte Kletterei der Kat. I-II hatte der Wanderführer geschrieben. So ging es dann rechts ab auf den Mannleck-Grat und hinter disem empor auf ungutem Steig. Der Aufstieg war zunächst steil und man konnte weit in die Tiefe blicken. Auf ca. 2600 m schneidet man nochmals den Grat und wir beschlossen den Aufstieg abzubrechen, denn über den Floitenspitzen und dem Gr. Löffler quollen dunkle Wolken herüber, die die Umgebung in ein fahles Grau legten. So stiegen wir bis zur Greizer Hütte (2226 m), die wir etwa zur Kaffeezeit erreichten.

07. September 1999:

Achim und ich auf dem Schönbichler Horn

Gipfelbesteigungen:

  • Keine

Punkt sieben hieß es wieder "Aufstehen", als die Geißen der netten und jungen Wirtsleute den Weg zur Hütte zwecks Futteraufnahme und Milchabgabe suchten. Der Himmel war bedeckt und über Ginzling talauswärts hing eine dicke schwarze Suppe. Wir entschlossen uns trotz des bedenklichen Himmels zu gehen und zunächst in den Floitengrund abzusteigen. Auf der anderen Seite geht es dann nach Durchsteigen einer Leiter rechts oberhalb der Mörchenklamm empor in Richtung Mörchenscharte. Bald hatte uns eine aufziehende Wolke regelrecht aufgefressen. Als etwa bei 2000 m leichter Nieselregen einsetzte, ging ich voraus, um Tempo zu machen, denn die Wetterlage war mir nicht geheuer. Feuchter und feuchter werdend stiegen wir weiter auf, bis bei 2500 m das Anziehen der Regenjacke unverzichtbar wurde. Aus dem Nieselregen war Schlagregen geworden und die Luft war merklich abgekühlt. Kaum später erspähte ich weiße Flecken auf dem feuchten Boden, die auf Temperaturen um Null Grad schließen ließen. So wandelte sich der Regen bald in Graupel und starker Wind kam auf, so daß mir Achim in seiner kurzen Hose Leid tat, obwohl er selbst daran Schuld war. Irgendwo zwischen 2600 und 2700 m fiel dann Schnee in schönen weißen Flocken, wie ich ihn nur aus dem Winter kannte. Das Schneetreiben puderte den Hang zur Mörchenscharte (2870 m), so daß der Aufstieg ab hier nicht mehr ungefährlich war. Wissend, daß wir "nur" noch eine halbe Stunde Aufstieg vor uns hatten, kämpften wir uns weiter hinauf. Der Weg wurde steiler, teils versichert und der Untergrund immer schlammiger. Um elf Uhr zogen wir uns die letzten Meter am Sicherungsseil hinauf zur Scharte, wo einige andere Bergsteiger verweilten. Nach kurzer Plauderei über das Wetter stiegen wir Richtung Berliner Hütte (2040 m) ab. Ich ging wieder vor und rutschte prompt an einem verschlammten Felsen ab, konnte mich allerdings abfangen, ohne auf den Hosenboden zu fallen. Meine Finger konnte ich kaum noch bewege, denn Handschuhe hatte ich keine dabei und so mußten sie frieren. Sodann ging es aber rasch hinab zur Hütte vorbei am Schwarzsee (2471 m), um bei einer heißen Suppe wieder aufzutauen. Um drei, als die Sonne wieder hervorkam stiegen wir nochmal zum Horngrat hinauf, um abwechselnd den Blick zum Schwarzenstein bzw. zum Turnerkamp schweifen zu lassen. Um halb sechs waren wir wieder zurück in dem Palast, der sich Berliner Hütte nennt!

08. September 1999:

Schlegeisspeicher

Gipfelbesteigungen:

  • Schönbichler Horn, 3133m

Nach dem Frühstücksbuffet (!) steigen wir zunächst leicht ab, um dann auf eine Moräne am Garberkar zu steigen und rasch an Höhe zu gewinnen. Gut tausend Höhenmeter liegen vor uns. Der ganze Aufstieg kommt mir steiler vor als der vom Vortag. Ab 2800 m verläuft der Weg zunächst auf Steinplatten, dann steiler ansteigend als Kletterei. Der Griff in die Felsen machte mir richtig Spaß, obwohl der Blick in die Tiefe unangenehm war. An dieser Kletterei über plattiges Gelände hätte ich mich im Gurt wohler gefühlt. Nichts desto trotz erklommen wir gegen halb zwölf den Gipfel des Schönbichler Horns (3133 m) und die Freude war sichtbar. Nachdem wir den Rest unserer Nahrungsmittel aufgezehrt hatten und den durch die Wolken beschränkten Ausblick genossen hatten, stiegen wir weniger steil zum Furtschaglhaus ab. Dort genossen wir kühle Getränke, unterhielten uns mit zwei anderen Wandergruppen, die dieselbe Tour wie wir gegangen waren. Um halb drei stiegen wir zum Schlegeis-Restaurant ab, um mit dem Bus nach Mayrhofen bzw. Ginzling zu fahren.

Panorama Großer Löffler und Lapenscharte
Panorama Großer Löffler und Lapenscharte

Panorama Großer Löffler, Floitenkees und Großer Mörchner
Panorama Großer Löffler, Floitenkees und Großer Mörchner