Kartenempfehlungen:
- Deutscher Alpenverein; Allgäuer - Lechtaler Alpen, Westblatt; Blatt 2/1; Maßstab 1:25000
- Deutscher Alpenverein; Allgäuer - Lechtaler Alpen, Ost; Blatt 2/2; Maßstab 1:25000
Zusatzinformationen:
Tourenverlauf als KML-Datei für Google Earth
Tourenbericht:
29. September 1999:
Gipfelbesteigungen:
- Laufbacher Eck, 2178m
Gestern um halb drei hat Alex angerufen, ob ich nicht Lust hätte "ein paar Tage" zum Wandern zu fahren. Wir einigten uns auf die Allgäuer, weil dort die Hütten noch bewirtschaftet waren. Ich schlug vor gleich am Mittwoch zu fahren, so mußte ich meine Vordiplomsvorbereitung wohl bis Sonntag aussetzen. Er holte mich um acht Uhr morgens in Sailauf ab, und wir heizten nach Oberstdorf. Kurz nach zwölf wanderten wir dort los, rechts am Skistadion vorbei bergan in Richtung Edmund-Probst-Haus. An der Mittelstation der Nebelhornbahn führt der Weg auf Asphalt talein. Erschreckenderweise mußten wir feststellen, daß der Weg bis zur Bergstation asphaltiert war! So quälten wir uns bis zum Edmund-Probst-Haus (1925 m), das wir um halb drei erreichten. Wir stärkten uns und um drei marschierten wir weiter zum Prinz-Luitpold-Haus (1846 m) über das Laufbacher Eck (2179 m). Das Wetter wurde zunehmend schlechter, der Weg war teils matschig und die Felsen glatt. So mußten wir sehr konzentriert die letzten zwei Stunden im Regen gehen. Nach dem Laufbacher Eck geht es wieder bergab zur Schönberghütte (n. bew.) und danach wieder ansteigend zum Luitpold-Haus, welches wir um halb sieben kurz vor Sonnenuntergang erreichten.
30. September 1999:
Gipfelbesteigungen:
- Rauheck, 2385m
- Kreuzeck, 2375m
Um viertel vor neun verlassen wir die Prinz-Luitpold-Hütte bei bedecktem Himmel. Die Sonne schaffte es nur zeitweise, sich durch die dünne Wolkendecke zu kämpfen. Zunächst steigen wir wieder zur Schönberghütte ab und anschließend hinauf über grüne Wiesen zum Himmelecksattel, von wo aus die Höfats und das Rauheck (2384 m), welches wir zu queren hatten, sichtbar wurden. Wieder über Wiesen geht es hinab zur Wildenfeldhütte, wo wir sechs Gemsen herumspringen sehen. Oberhalb der Käseralpe führt uns der Weg zum Eissee, wo wir uns an mitgebrachtem Essen laben. Kaum war der letzte Bissen verschluckt, verschluckte uns eine Wolke und es begann zu tröpfeln. Doch an Umkehren oder gar Abstieg dachte hier niemand und so ging es noch 600 Höhenmeter durch die Waschküche aufs Rauheck. Wir freuten uns natürlich als die Wolken wegzogen, kurz bevor wir den Kamm erreichten. So konnten wir noch in Ruhe Wetterstein mit Zugspitze und die Hornbachkette mit den Krottenköpfen betrachten. Bei unserem Weiterweg auf dem Kamm über das Kreuzeck (2375 m) kam urplötzlich starker kalter Wind auf und blies uns dichte Nebelschwaden um die Ohren. Dieses stürmische Treiben mußten wir eine gute halbe Stunde über uns ergehen lassen, bevor wir rechts absteigend in Richtung Fürschießersattel in ruhigere Gefilde wandern. Über besagten Sattel und anschließend links herum absteigend zur Kemptener Hütte (1844 m), welche wir wegen dichtem Nebel erst kurz vor Erreichen erblickten. Auf der Hütte trafen wir den Sport-LK des HSG, meines ehemaligen Gymnasiums. Mit diesem und einer "bergsüchtigen" Medizin-Studentin aus Karlsruhe verbringen wir einen gemütlichen Hüttenabend.
01. Oktober 1999:
Gipfelbesteigungen:
- Keine
In der Nacht hatte es fast ununterbrochen geregnet - oberhalb von 2000 m geschneit! Das waren denkbar schlechte Voraussetzungen, um den Heilbronner Weg zu gehen, der ja über 2600 m hinausgeht. Trotzdem stiegen wir um viertel vor neun bei dunkel bewölktem Himmel in Richtung Mädelegabel auf. Bei gut 2000 m schlossen wir uns mit zwei anderen Bergsteigern zusammen, um durch den Nebel über die geschlossene Schneedecke weiter aufzusteigen. Bei leichtem Schneefall arbeiteten wir uns auf etwa 2300 m hoch. Über eine versicherte Stelle stiegen wir empor bis zu einem Altschneefeld, wo wir die Markierung endgültig verloren. Zwar kamen noch fünf weitere Bergsteiger hinzu, aber auch sie wußten nicht weiter. So kehrten wir notgedrungen um und stiegen zurück zur Kemptener Hütte, wo wir uns erst einmal stärkten und aufwärmten. Anschließend beschlossen wir mit zwei Odenwäldern ins Tal abzusteigen und in Oberstdorf zu übernachten. So wandern wir am Sperrbach entlang hinab, wo noch große Schneemassen aus dem letzten Winter liegen, dann weiter bis Spielmannsau. Von da lassen wir uns nach Oberstdorf fahren. Dort suchten wir uns ein Doppelzimmer, um zu übernachten, da es bereits abend war und wir am nächsten Tag noch auf die "Wiesn" wollten. Abends trafen wir in der Gaststätte "Zum Schmied" zwei Wanderer wieder, die wir auf dem Prinz-Luitpold-Haus schon gesehen hatten. Mit ihnen machten wir noch einen kräftigen Schoppen und ließen den Abend ausklingen.
