Kartenempfehlungen:
- Österreichischer Alpenverein; Stubaier Alpen, Hochstubai; Blatt 31/1; Maßstab 1:25000
- Österreichischer Alpenverein; Stubaier Alpen, Sellrain; Blatt 31/2; Maßstab 1:25000
Zusatzinformationen:
Tourenverlauf als KML-Datei für Google Earth
Tourenbericht:
03. September 2000:
Gipfelbesteigungen:
- Keine
04. September 2000:
Gipfelbesteigungen:
- Keine
05. September 2000:
Gipfelbesteigungen:
- Innere Sommerwand, 3122m
06. September 2000:
Gipfelbesteigungen:
- Lisenser Spitz, 3230m
07. September 2000:
Gipfelbesteigungen:
- Keine
08. September 2000:
Gipfelbesteigungen:
- Wildes Hinterbergl, 3288m
09. September 2000:
Gipfelbesteigungen:
- Ruderhofspitz, 3473m
Wir waren auf der Franz-Senn-Hütte (2147m). Und zwar schon die ganze Woche lang, um an einem "Grundkurs Bergsteigen" teilzunehmen, der von der TU München für Studenten angeboten wurde. Wir waren achten Studenten und Studentinnen aus allen Fachbereichen zusammengewürfelt. Unsere Ausbilderin Andrea aus Reichenhall hatte uns schon im Gletschergehen und Klettern die Grundlagen beigebracht. T-Anker-Graben und die simulierte Spaltenbergung durften da natürlich nicht fehlen. Am gestrigen Freitag waren wir mit der Ausbildung am Ende und da die Wettervorhersage Kaiserwetter ansagte, beschlossen Andreas und ich am morgigen Samstag die Ruderhofspitze (3273m) zu ersteigen. Andrea meinte, daß die Tour keine Schwierigkeiten bietet und wir uns auch zu zweit über den Gletscher wagen könnten. So brachen wir früh um halb sieben auf um den langen Weg ins Alpeiner Tal hinein zum gleichnamigen Ferner zu hatschen. Ich glaube es war neun Uhr, als wir den in der Sonne glitzernden Eispanzer erreichten. Wir erspähten eine Dreier-Seilschaft, die uns einen Weg in den mit einigen Dezimetern Schnee bedeckten Gletscher spurte. Hocherfreut nicht selbst diese Anstrengung übernehmen zu müssen, machten wir erst einmal Frühstückspause, bevor wir uns die kiloschwere Ausrüstung anlegten. Angeseilt stapften wir nun - Andreas vorweg - den Alpeiner Ferner hinauf. Zur linken türmten sich gewaltige Eismassen eines Bruchs auf, rechts drohten Spalten, die es zu vermeiden galt. In praller Sonne gingen wir so rasch bergan, daß ich richtig ins Schwitzen kam. Ohne Pause gingen wir so anderthalb bis zwei Stunden bis zur Oberen Hölltalscharte (3247m), wo wir die Dreier-Seilschaft einholten. Dort war zunächst einmal Mittagspause angesagt, denn das Gehen im Schnee ist alles andere als bequem. Nachdem wir uns gestärkt hatten, schlugen wir zunächst den Weg über den Grat hinauf zur Spitze an. Da aber viel Schnee auf dem Grat lag, kehrten wir bald um und gingen noch einige hundert Meter über den Gletscher am Bergschrund entlang, bis wir im SSW der Ruderhofspitze einen Einstieg in einen Steig entdeckten. Der Bergschrund war etwas schwierig zu nehmen, da er recht breit war und steil war das Eis noch dazu. Aber nachdem auch diese Hürde genommen war, kletterten wir am Fixseil entlang steil hinauf zum Grat und dann links weiter in Richtung Gipfelkreuz. Erst um halb zwei standen wir völlig allein auf dem aussichtsreichen Gipfel. Von hier reichte der Blick über den Wetterstein weit nach Bayern hinein, im Süden stechen markant die Dolomiten hervor. Bei einem Traumwetter genossen wir die Fernsicht, bevor wir uns wieder an den raschen Abstieg machten. Es war ja bereits spät geworden und so wollten wir nicht viel Zeit verlieren. Diesmal ging ich vor und so stiegen wir den glichen Weg zurück, verließen den Gletscher dann allerdings nicht seitlich, sondern am unteren Ende. Etwa um sechs Uhr abends erreichten wir wieder die Franz-Senn-Hütte, wo wir uns noch kurz stärkten, bevor wir zur Oberiss-Alm hinabstiegen und nach München zurückfuhren.

Blick von der Ruderhofspitze auf den Alpeiner Ferner
