Kartenempfehlungen:
- Deutscher Alpenverein; Ötztaler Alpen, Weißkugel; Blatt 30/2; Maßstab 1:25000
Zusatzinformationen:
Tourenverlauf als KML-Datei für Google Earth
Tourenbericht:
17. Juli 2003:

Besondere Schwierigkeiten: Einfache Gletscherquerung; evtl. Steigeisen erforderlich.
Gipfelbesteigungen:
- Keine
Um 10 Uhr hatte ich mich mit Ralf bei ihm in seiner Münchner Wohnung verabredet. Kathi wollte leider nicht mitkommen, da der Koch ihrer FÖJ-Stelle am Freitag Abschied feiert. So tigerten wir zu zweit los Richtung Kaunertal. In Garmisch legten wir eine kurze Pause für ein schnelles Weißwurstfrühstück ein. Danach ging es mit dem Auto weiter über Fernpass, Imst und Landeck ins Kaunertal. Satte 19 EUR Maut kostet die Auffahrt zum Gepatschhaus. Kurz nach diesem parkten wir am Fernergries und stiegen gleich linker Hand empor. Nach etwa eineinhalb Stunden Aufstieg auf angenehmem Steig erreicht man über eine Seitenmoräne bei ca. 2500 Metern die Zunge des Gepatschferners. Die Bewölkung verwandelte sich nun rasch in ein handfestes Gewitter. Kurz nachdem die Steigeisen und Regenjacke angelegt sind, bricht auch schon ein erbarmungsloser Hagelschauer über uns herein. Eis von unten, Eis von oben überqueren wir die Gletscherzunge und zu allem Überfluss verliert Ralf auch noch ein Steigeisen, das sich auch nicht mehr befestigen lässt. Klatschnass von Kopf bis Fuß erreichen wir die Rauhekopfhütte auf 2731m. Der Hüttenwirt begrüßt uns vor der urigen Hütte und weist uns unser Lager zu. Die Halbpension für 16 EUR (ohne Nächtigung) kann nur empfohlen werden.
18. Juli 2003:

Besondere Schwierigkeiten: Hochalpine Gletschertour.
Gipfelbesteigungen:
- Weißseespitze, 3510m
Bei sehr gutem Wetter geht es nach üppigem Frühstück zunächst über Fels zum Gepatschferner. Dem Mond entgegen steigen wir über den weitgehend aperen Gletscher hinauf Richtung Zahn. Links an diesem vorbei und weiter über die Ostflanke gemütlich hinauf zur Weißseespitze (3526m). Wir steigen nicht wie ursprünglich vorgesehen über den Westgrat ab, sondern nehmen den leichteren Abstieg über Gletscher und Richterweg zur Weißkugelhütte (Rifugio Pio XI, 2544m). Dort empfängt uns die nette Hüttenwirtin und auch hier werden wir bestens verpflegt.
19. Juli 2003:

Besondere Schwierigkeiten: Hochalpine Gletschertour. ENE-Zustieg auf die Weißkugel (II nach UIAA und Eis etwa über 40 Grad).
Gipfelbesteigungen:
- Weißkugel, 3739m
Um halb fünf gibt es bereits Frühstück, also standen wir schon kurz nach vier auf. Draußen war es noch dunkel, als wir die ersten Bissen des Frühstücks verdrückten. Auch dieses ist üppig und so geht es frisch gestärkt hinter zum Langtauferer Ferner, auf dessen Mittelmoräne bis auf etwa 2800 Metern. Dann links haltend über den Gletscher hinauf bis 2900 Metern, wo wir links im Geröll ein Depot anlegen, das wir nachmittags auf dem Weg zum Brandenburger Haus wieder auflesen. Dann den langen Langtauferer Ferner hinauf bis zum Weißkugeljoch (3362m), wo wir kurz rasten bevor wir rechts den OstNordOst-Felsgrat (II) wählen. Diesen verlassen wir bald und queren in die Eisflanke, wo wir über den Bergschrund zwei Seillängen sichern, ehe wir wieder den Felsgrat erreichen. Auf diesem und über wenige Meter Blankeis hinauf zur Weißkugel (3739m). Oben rasten wir, genießen den herrlichen Rundumblick und wundern uns, dass noch keine der vier Seilschaften am Gipfel war, die wir am Morgen überholt hatten. Als wir über den Felsgrat (Normalweg) zum Hintereisjoch absteigen begegnen uns die Seischaften, die sich nur mühsam vorkämpfen. Ein Bergführer mit Zehner-Seilschaft zieht es vor umzukehren. Am Hintereisjoch gilt es eine Riesenspalte auf einer schmalen Eisbrücke zu überqueren, die wir natürlich meistern. Dasselbe Bild dann auch auf dem Weg zum Weißkugeljoch, wobei diese Schneebrücke weniger Vertrauen erweckend wirkt. Aber auch sie trägt und so können wir wieder zu unserem Depot auf 2900m absteigen, das wir um drei Uhr erreichen. Nun schließt sich ein teilweise versichertes Stück Aufstieg durch die Vernagl-Wände an, wobei etwa 150 Höhenmeter überwunden werden. Sodann folgt ein langer Hatscher über den Gepatschferner zum nicht näher kommen wollenden Brandenburger Haus (3272m), das wir um halb sechs endlich nach etwa 10-11 Stunden reiner Gehzeit erreichen. Die traumhafte Lage, das tolle Wetter und das gute Bier entschädigen uns für die Strapazen dieses Tages.
20. Juli 2003:

Besondere Schwierigkeiten: Hochalpine Gletschertour. Fluchtkogel Nordgrat (I nach UIAA).
Gipfelbesteigungen:
- Fluchtkogel, 3500m
Am Morgen des Sonntags gönnen wir uns etwas mehr Schlaf und steigen nach dem Frühstück kurz auf den Fluchtkogel (3500m). Diesen überschreiten wir und folgen dem einfachen Nordgrat (I) zum Gepatschjoch (3241m). Von dort geht es rasch hinab auf den Gepatschferner und quer darüber bis zum Felszipfel südwestlich der Rauhekopfhütte (2732m). Dort gönnen wir uns noch eine Rast, nach der wir bei herrlichem Wetter wieder nach Gepatsch absteigen.

Ich auf der Weißkugel
