Kartenempfehlungen:
- Deutscher Alpenverein; Ötztaler Alpen, Geigenkamm; Blatt 30/5; Maßstab 1:25000
Zusatzinformationen:
Tourenverlauf als KML-Datei für Google Earth
Tourenbericht:
01. August 2003:

Besondere Schwierigkeiten: Keine.
Gipfelbesteigungen:
- Keine
Nach der Arbeit um halb zwei fahre ich alleine von der Universität der Bundeswehr los ins Pitztal, wo ich um fünf Uhr ankomme. Sonne und Wolken wechseln sich ab und wegen der fortgeschrittenen Zeit machte ich mich mit zügigen Schritten auf den Weg Richtung Braunschweiger Hütte (2759 m). Vorbei am "Gletscherstüberl" und entlang des tosenden Gletscherbaches hinauf zu Hütte in zwei Stunden. Faule können den Materiallift zum Rucksacktransport benutzen.
02. August 2003:

Besondere Schwierigkeiten: Lange Tour teilweise mit Geltscherberührung; ggf. Steigeisen erforderlich
Gipfelbesteigungen:
- Wildes Männle, 3063m
- Wurmsitzkogel, 3079m
- Gschrappkogel, 3194m
- Wassertalkogel, 3247m
Ich bin mal wieder beinahe der Letzte, der aufsteht und so gehe ich nach dem Frühstück erst um zwanzig nach sieben auf den Mainzer Höhenweg. Die Sonne lacht bereits und es ist so früh schon sehr warm. Der Weg führt zunächst über das Pitztaler Jöchl (2996 m), nach diesem über einen kleinen Ferner abwärts, um sich dann in kurzem Steig wieder zum Südlichen Pollesjoch aufzuschwingen. Fortan geht es über blockiges Gelände mal auf, mal ab, über das Nördliche Pöllesjoch zum Wilden Männle, Wurmsitzkogel und weiter einige versicherte Stellen zum Gschrappkogel und letztlich hinauf zum Wassertalkogel (3247 m), dem höchsten Punkt des Mainzer Höhenweges, auf dem das Rheinland-Pfalz-Biwak thront. Dieser orangene Würfel soll auf dem langen Höhenweg Schutz bieten. Bei dem heutigen Wetter ist aber Sonnenschutz angesagt und so mache ich hier Mittagsrast, um die Haut zu schützen und den Magen zu füllen. Von hier aus geht es dann zunächst über Fels, dann über einen aperen Ferner hinab bis 2960 m, dann auf gleicher Höhe nordwärts. Nun weiter über Fels, teils in leichter Kletterei, teils über Eis, über die beiden Puitkogelferner letztlich zum Weißmaurachjoch (2959 m). Kurz vorher auf dem letzten Felsrücken treffe ich einen "Grundkurs Bergsteigen" aus München, mit dem ich mich nett unterhalte. Vom Joch noch 600 Höhenmeter hinab zur Rüsselsheimer Hütte (2323 m) über Schutt und Geröll. Die Hütte erreiche ich nach achteinhalb Stunden bei traumhaftem Wetter. Mit Verwunderung musste ich dort wieder einmal feststellen, dass die Welt ein Dorf ist, denn drei Sailaufer nächtigten ebenfalls auf der Hütte. Unter ihnen auch Willi Junker, der schon viele markante Gipfel der West- und Ostalpen bestiegen hat.
03. August 2003:

Besondere Schwierigkeiten: Hohe Geige Westgrat: II nach UIAA
Gipfelbesteigungen:
- Hohe Geige, 3395m
Ich verabschiede mich am nächsten Morgen von den drei Sailaufern und gehe etwa um halb acht los, um die Hohe Geige (3395 m) über den Westgrat (II) zu besteigen. Unschwer führt der Weg auf Gahwinden (2649 m), wo sich ein schöner Ausblick bietet. Kurz danach beginnt rechts der Blockgrat, der teilweise zu klettern ist. Allerdings stellt der Grat kaum eine Schwierigkeit dar, lediglich Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sollten unbedingt gegeben sein. Ich treffe wieder den Kurs kurz vor dem Normalweg. Sie beschließen hier umzukehren, um zeitig wieder an der Hütte zu sein. Ich gehe zügig weiter vorbei an einem Gletschersee und hinauf über eine Geröllhalde zum Gipfel der Hohen Geige (3395 m). Dort gönne ich mir die verdiente Mittagsrast und steige den Normalweg ab zur Rüsselsheimer Hütte. Dort kommt eine halbe Stunde später auch der Kurs wieder an. Mit Eva, mit der ich schon auf dem Westgrat Adressen getauscht habe, würde ich gerne mal die Berge erkunden. Nach kurzem Beisammensein steige ich hinab ins Pitztal und trampe hinauf nach Mittelberg zu meinem Wagen, mit dem ich anschließend wehmütig wieder nach München zurückfahre.

Blockgrat zur Hohen Geige
