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Hohe Tauern mit Besteigungsversuch des Großglockners
25. Mai 2006 bis 28. Mai 2006

Kartenempfehlungen:

  • Deutscher Alpenverein; Großglocknergruppe; Blatt 40; Maßstab 1:25000

Zusatzinformationen:

Tourenverlauf als KML-Datei für Google Earth

Tourenbericht:

25. Mai 2006:

Aufstieg durch tiefen Schnee

Gipfelbesteigungen:

  • Keine

Am Morgen des 25. Mai schlägt Markus aus Jena mit vier weiteren Jenensern und einem Chilenen im meiner Münchner Wohnung auf. Da ich mir eine ordentliche Erkältung eingefangen hatte und wegen der eher durchwachsenen Wettervorhersage verspürte ich nicht so viel Lust in die Berge zu ziehen. Nach ausgiebigem Frühstück hatten sie mich aber überredet in die Hohen Tauern aufzubrechen, um den Großglocker (3798 m) zu besteigen. Da sich diese Möglichkeit nicht alle Tage bietet, fahre ich also mit meinem Husten und den anderen sechs Leuten nach Kals. Wir parken am Lucknerhaus und steigen am Nachmittag noch auf bis zur Stüdlhütte (2801 m). Ab etwa 2300 Meter liegt Schnee, so dass wir das letzte Stück mit Schneeschuhen gehen. Gepäcktechnisch bin ich gewichtig bestückt. Neben dem dicken Schlafsack sind auch Eisbeil, Steigeisen, Schneeschuhe, Stöcke, Winterklamotten und natürlich das ganze Gletschergeraffel im Rucksack.

26. Mai 2006:

Start an der Stüdlhütte

Gipfelbesteigungen:

  • Keine

Zwanzig nach vier stehen wir auf. Den Weg über den Stüdlgrat hat Markus wegen Schnee- und Wetterlage verworfen. Er wäre wohl für uns unter diesen Umständen zu gefährlich gewesen. Die Hüttenwirte schlafen noch, während wir frühstücken. Etwa um halb sechs sind wir dann abmarschbereit und stapfen über den Ködnitzkees hinauf, wo wir bei ca. 3300 m auf den Felsgrat zur Erzherzog-Johann-Hütte (3454 m) queren. Den verschneiten Felsgrat gehen wir mit Steigeisen und schon hier stellen sich sowohl konditionelle als auch technische Probleme bei Mitstreitern ein. Auf Grund guter Führung kommen aber alle wohlbehalten im Winterraum der Erzherzog-Johann-Hütte ("Adlersruh") an. Da wegen des Nebels und des Schneesturms außer Markus nur zwei weiter auf den Gipfel wollen, brechen wir hier den Besteigungsversuch ab und beschließen über den Hofmannskees zur Hofmannshütte abzusteigen. Während Markus mal mehr, mal weniger elegant mit seinen museumsreifen Tourenskiern den Gletscher hinabschwingt, quält sich der Rest teils mit, teils ohne Schneeschuhe an den Füßen des Hofmannskees hinab. Teilweise versinkt man bis zur Hüfte und das Spuren ist kein Zuckerschlecken. Nachdem wir bei Punkt 2793 m man auf einen Felsrücken gequert sind, verabschiedet sich Markus mit seinen Skiern und fährt durchs Glocknerkar ab. Der Rest der Bande beginnt den Abstieg über den Glocknerkarkamp. Schon nach kurzer Zeit sehen sich die im Fels eher Ungeübten größeren Schwierigkeiten gegenüber. Christoph steigt mit Eduardo, dem Chilenen, wieder auf zu Punkt 2793 m, um zu Fuß über den Kleinglocknerkees abzusteigen. Die restlichen drei, Charly, Peter und Detlef steigen mit mir weiter über den Felsrücken hinab bis zum Pasterzenkees. Dort treffen alle wieder zusammen, um die abschmelzende Pasterze zu überqueren und zur Hofmannshütte aufzusteigen. Da der Winterraum der Hofmannshütte unter aller Sau ist, verbietet sich ein Übernachten dort von selbst. Da es schon recht spät am Tag ist und die Kondition bei einigen doch dem Ende zugeht , steigen wir nicht mehr zur Oberwalderhütte auf, sondern hinab zum Glocknerhaus (2132 m). Bis zum Schluss hoffen wir, dass auf dem Gamsgrubenweg das Tor zum Tunnel des "Gletscherblick" schon geöffnet ist. Glücklicherweise ist es das und so erreichen wir gegen acht Uhr am Abend das Glocknerhaus.

27. Mai 2006:

Stausee Margaritze

Gipfelbesteigungen:

  • Keine

Die Nacht ist sehr stürmisch und unruhig. Wir genießen den Schlaf bis acht Uhr, da und das Wetter an diesem Tag nicht gesonnen ist. Nach leckerem Frühstück setzen wir die Rucksäcke auf, steigen hinab zum Stausee Margaritze, um am Gegenhang wieder Richtung Salmhütte (2644 m) aufzusteigen. Ein Seil belastet mich ab heute zusätzlich beim Steigen und die allgemeine Schlappheit ist heute nicht zu übersehen. Im leichten Regen laufen wir weiter bis zur Salmhütte, wo uns ein sehr gutes Exemplar eines Winterraumes empfängt. Bereits um 14 Uhr strecken die Kollegen die Flügel und wollen hier im Winterraum übernachten. Nicht willens einen Tag in einem Winterraum herumzusitzen, verliere die Abstimmung mit sechs zu einer Stimme. Es ist trotzdem noch ein schöner und kurzweiliger Tag geworden.

28. Mai 2006:

Glocknerblick

Gipfelbesteigungen:

  • Keine

Gegen halb sieben stehen wir auf und betrachten den Weiterweg zur Pfortscharte. Auf dem direkten Weg liegt sehr viel Schnee, so dass wir es vorziehen über die Glorer Hütte weiter zu gehen. Also steigen wir von der Salmhütte hinab zum Leiterbach und drüben am erdigen Hang wieder an bis zum Beginn der Glatzschneid. Da ein Vorankommen im Schnee in unserer Gruppe sehr schleppend verläuft und ein Gewitter im Anmarsch zu sein scheint, beschließen wir nicht weiter zur Glorer Hütte zu gehen, sondern über die Glatzschneid und Glatte Schneid zur Pfortscharte hinüber zu gehen. So treiben wir die Gruppe hinauf bis auf Punkt 2890 m und queren dann auf der schuttigen Glatten Schneid hinüber zur Pfortscharte. Von dort geht es lange Zeit auf dem Hintern über Schneefelder hinab. Als der Hintern bereits gefroren ist, so auf 2600 Metern, gehen wir direkt über die steilen Wiesen hinab zum Fahrweg Richtung Lucknerhaus. Da an diesem Tag echtes Aprilwetter herrscht, kommen wir bei Sonne am Lucknerhaus an. Eine sehr interessante Tour leider ohne Gipfelerfolg geht zu Ende.